Freitag, 7. August 2026
Ausbau Bildgebung neuro­degenerativer Erkrankungen

Die Campusradiologie erweitert ihre spezialisierte Diagnostik neurodegenerativer Erkrankungen um moderne quantitative Verfahren der Hirnvolumetrie und die ASL-Perfusionsbildgebung. Damit ergänzen wir unsere neuroradiologische Expertise um zusätzliche objektive Analyseebenen – insbesondere bei der Abklärung von Demenzerkrankungen und im Kontext moderner Alzheimer-Therapien.

Die Magnetresonanztomographie hat bei der Abklärung neurodegenerativer Erkrankungen eine zentrale Bedeutung. Neben dem Ausschluss anderer Ursachen einer kognitiven Verschlechterung erlaubt sie die Beurteilung charakteristischer Atrophiemuster, vaskulärer Veränderungen und weiterer struktureller Befunde, die wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung geben können.

Mit der Einführung neuer krankheitsmodifizierender Therapien der Alzheimer-Krankheit steigen zugleich die Anforderungen an die neuroradiologische Bildgebung. Vor und während einer solchen Therapie müssen Veränderungen zuverlässig erkannt und standardisiert beschrieben werden, die für Therapieentscheidung und Therapiesicherheit relevant sind.

Spezialisierte MRT-Befundung für moderne Alzheimer-Therapien

Unsere MRT-Protokolle zur Abklärung neurodegenerativer Erkrankungen sind gezielt auf diese Fragestellungen ausgerichtet.

Neben der Beurteilung des individuellen Atrophiemusters erfassen wir insbesondere Mikroblutungen, kortikale superfizielle Siderosen, relevante vaskuläre Veränderungen sowie Zeichen sogenannter Amyloid-Related Imaging Abnormalities (ARIA).

Damit liefern wir die bildgebenden Informationen, die für die neurologische Einordnung einer Demenzerkrankung ebenso wichtig sind wie für die Planung und bildgebende Begleitung moderner Alzheimer-Therapien.

Die Untersuchungen werden dabei neuroradiologisch beurteilt und in ihrem klinischen Gesamtzusammenhang eingeordnet. Unser Ziel ist eine möglichst hohe diagnostische Sicherheit auch bei frühen, diskreten oder komplexen Veränderungen.

Neue quantitative Hirnvolumetrie als zusätzliche Analyseebene

Ergänzend zur visuellen neuroradiologischen Beurteilung setzen wir eine moderne quantitative Hirnvolumetrie ein.

Dabei werden die Volumina zahlreicher anatomischer Hirnregionen automatisiert bestimmt und mit umfangreichen Referenzdaten verglichen. Neben der altersbezogenen Einordnung einzelner Hirnregionen können auch Muster der Volumenverteilung über mehrere Regionen hinweg analysiert werden.

Dies ermöglicht eine objektivere Einschätzung, ob und in welchen Regionen ein über das altersentsprechende Mass hinausgehender Volumenverlust vorliegt. Die Konstellation der Veränderungen kann zudem zusätzliche Hinweise darauf geben, ob ein Atrophiemuster beispielsweise eher mit einer Alzheimer-Erkrankung, einer frontotemporalen Degeneration oder einer anderen neurodegenerativen Erkrankung vereinbar ist.

Die quantitative Volumetrie ersetzt dabei nicht die neuroradiologische Befundung. Sie ergänzt die Expertise der Radiologinnen und Radiologen durch objektive Messwerte und Referenzvergleiche und kann insbesondere bei subtilen oder nicht eindeutig ausgeprägten Veränderungen zusätzliche Orientierung bieten.

ASL-Perfusion: zusätzliche funktionelle Information ohne Kontrastmittel

Neu bieten wir ergänzend die Arterial-Spin-Labeling-Perfusion (ASL) an. Dabei wird die regionale Hirndurchblutung mittels MRT quantitativ beziehungsweise semiquantitativ erfasst – ohne die Gabe eines Kontrastmittels.

Veränderungen der zerebralen Perfusion können bei neurodegenerativen Erkrankungen charakteristische regionale Muster zeigen und die strukturelle Bildgebung sinnvoll ergänzen. Insbesondere bei unklaren oder frühen Befundkonstellationen kann die Perfusionsinformation zusätzliche Hinweise zur Einordnung liefern.

ASL wird dabei nicht isoliert interpretiert, sondern gemeinsam mit Morphologie, Atrophiemuster, vaskulären Veränderungen und weiteren MRT-Befunden beurteilt. Dadurch entsteht ein umfassenderes Bild der strukturellen und funktionellen Veränderungen des Gehirns.

Mehr als Volumetrie: umfassende neuroradiologische Beurteilung

Entscheidend bleibt die Kombination aus optimierter MRT-Technik, spezialisierten Untersuchungsprotokollen und neuroradiologischer Erfahrung.

Quantitative Volumetrie und ASL-Perfusion sind dabei zusätzliche Werkzeuge innerhalb einer umfassenden Beurteilung, zu der Atrophiemuster ebenso gehören wie vaskuläre Veränderungen, Mikroblutungen, Siderosen, entzündliche oder andere strukturelle Auffälligkeiten.

Mit dem Ausbau unserer Diagnostik möchten wir unseren zuweisenden Kolleginnen und Kollegen eine möglichst präzise und klinisch verwertbare neuroradiologische Einschätzung bieten – von der frühen Abklärung neurodegenerativer Erkrankungen bis zu den spezifischen Anforderungen moderner Alzheimer-Therapien.

Zurück

Cookies und Datenschutz

Diese Webseite verwendet temporäre Cookies. Mit dem Verbleiben auf dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung dieser Cookies einverstanden. Diese Cookies werden beim Verlassen dieser Webseite in Ihrem Browser wieder gelöscht. Mehr Informationen über Cookies und Datenschutz finden Sie hier: Datenschutzerklärung