Einsatzbereiche

Die kontrastmittelverstärkte Sonographie (Contrast Enhanced Ultrasound, CEUS) ist eine moderne Weiterentwicklung der klassischen Ultraschalluntersuchung. Durch die Verabreichung eines speziellen Ultraschallkontrastmittels können Durchblutung und Gefässversorgung von Organen und Geweben in Echtzeit sichtbar gemacht werden. Dadurch lassen sich krankhafte Veränderungen häufig genauer beurteilen als mit der konventionellen Sonographie allein.

Besonders häufig wird CEUS zur Abklärung von Leberveränderungen eingesetzt. Dank charakteristischer Durchblutungsmuster können gutartige Veränderungen wie Hämangiome oder fokal noduläre Hyperplasien (FNH) häufig sicher von bösartigen Tumoren unterschieden werden. Auch bei der Verlaufskontrolle nach Tumortherapien liefert die Methode wertvolle Informationen. Weitere wichtige Einsatzgebiete sind die Untersuchung von Nieren, Bauchspeicheldrüse, Milz und Darm. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kann die Durchblutung der Darmwand beurteilt und die Krankheitsaktivität im Verlauf überwacht werden.

Ein besonderer Vorteil der kontrastmittelverstärkten Sonographie besteht darin, dass das verwendete Kontrastmittel weder die Nieren noch die Schilddrüse belastet. Es eignet sich deshalb hervorragend für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder bei Unverträglichkeiten gegenüber CT- oder MRT-Kontrastmitteln. Zudem kann die Untersuchung ohne Strahlenbelastung durchgeführt und bei Bedarf beliebig oft wiederholt werden.

In der Campusradiologie Bern setzen wir modernste Ultraschalltechnologien ein und verfügen über langjährige Erfahrung in der kontrastmittelverstärkten Sonographie. Dadurch können wir Organveränderungen präzise beurteilen und individuell auf die jeweilige Fragestellung eingehen.

Wo der kontrastverstärkte Ultraschall hilft

Durch die Darstellung der Durchblutung lassen sich viele Veränderungen von Organen sicher beurteilen – oft so präzise oder präziser als bei einem CT oder MRT:

  • Leber: Abklärung von Leberherden: Mit dem typischen Anreicherungsverhalten lassen sich gutartige Befunde (z. B. Hämangiom, FNH) von bösartigen unterscheiden und Verlaufskontrollen durchführen.
  • Niere: Beurteilung unklarer Nierenraumforderungen und komplexer Zysten. Besonders wertvoll bei eingeschränkter Nierenfunktion, da kein nierenbelastendes Kontrastmittel nötig ist.
  • Bauchspeicheldrüse: Genauere Charakterisierung von Veränderungen des Pankreas.
  • Milz: Genauere Beurteilung von Milzveränderungen und Abgrenzung gut- von bösartigen Herden anhand des charakteristischen Durchblutungs- und Anreicherungsmusters.
  • Trauma: Nach Bauchverletzungen lassen sich Organschäden an Leber, Milz und Niere strahlungsfrei erkennen und im Verlauf kontrollieren – besonders schonend bei Kindern und jungen Patienten.
  • Darm: Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen hilft die Durchblutungsmessung, die Krankheitsaktivität einzuschätzen und den Therapieverlauf zu verfolgen.

Wie funktioniert diese Untersuchung?

Bei der kontrastmittelverstärkten Sonographie wird zunächst ein herkömmlicher Ultraschall durchgeführt. Anschliessend wird über einen kleinen venösen Zugang am Arm eine geringe Menge Ultraschallkontrastmittel verabreicht. Dieses besteht aus mikroskopisch kleinen, gasgefüllten Mikrobläschen, die kleiner sind als rote Blutkörperchen.

Die Mikrobläschen verteilen sich über die Blutbahn und verbleiben ausschliesslich innerhalb der Gefässe. Im Ultraschallfeld erzeugen sie ein charakteristisches Signal, wodurch selbst kleinste Gefässe und feinste Durchblutungsmuster sichtbar gemacht werden können. Die Radiologin oder der Radiologe beobachtet dabei in Echtzeit, wie sich das Kontrastmittel in einem Organ oder einer Gewebeveränderung anreichert und wieder ausgewaschen wird. Dieses Verhalten liefert wichtige Hinweise zur Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen.

Das Kontrastmittel wird nach der Untersuchung innerhalb weniger Minuten über die Lunge abgeatmet und nicht über die Nieren ausgeschieden.

Ist die Untersuchung schädlich?

Die kontrastmittelverstärkte Sonographie zählt zu den schonendsten bildgebenden Verfahren der modernen Medizin. Sie arbeitet vollständig ohne ionisierende Strahlung und verursacht keine Strahlenbelastung. Die Untersuchung kann deshalb bei Bedarf mehrfach durchgeführt werden.

Das verwendete Ultraschallkontrastmittel enthält weder Jod noch Gadolinium und belastet weder die Nieren noch die Schilddrüse. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich CEUS insbesondere für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder für Personen, bei denen andere Kontrastmittel nicht eingesetzt werden können.

Nebenwirkungen sind insgesamt selten. Die Untersuchung weist eine ausgezeichnete Sicherheitsbilanz auf und wird weltweit seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt.

Vorteile der kontrastmittelgestützten Sonographie (CEUS)

  • Keine Röntgenstrahlung: Im Gegensatz zur Computertomografie entsteht keinerlei Strahlenbelastung – die Untersuchung ist beliebig oft wiederholbar.
  • Kein Jod, kein Gadolinium: Das Kontrastmittel ist nicht nierenschädigend und belastet die Schilddrüse nicht – auch bei eingeschränkter Nierenfunktion einsetzbar.
  • Über die Lunge abgeatmet: Das Gas wird innerhalb weniger Minuten ausgeatmet. Vorab sind in der Regel keine Nieren- oder Schilddrüsenwerte nötig.

Unsere Geräte

IIn der Campusradiologie Bern verwenden wir modernste Ultraschallsysteme mit spezieller CEUS-Technologie. Diese ermöglichen eine hochauflösende Darstellung von Organen, Gefässen und Durchblutungsmustern in Echtzeit.

Durch die Kombination modernster Bildgebungstechnologie und langjähriger Erfahrung können Veränderungen der Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Milz, des Darms und weiterer Organe präzise beurteilt werden. Die hohe zeitliche und räumliche Auflösung der Untersuchung erlaubt eine detaillierte Analyse selbst kleinster Gefässstrukturen.

Was erwartet mich?

Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten. Nach einem ersten Ultraschall wird ein kleiner venöser Zugang am Arm gelegt. Über diesen wird das Kontrastmittel verabreicht. Anschliessend beobachtet die Radiologin oder der Radiologe die Durchblutung des untersuchten Organs über mehrere Minuten in Echtzeit.

Die Untersuchung ist schmerzarm. Lediglich das Legen des venösen Zugangs entspricht einer gewöhnlichen Blutentnahme. Während der Untersuchung liegen Sie bequem auf der Untersuchungsliege und können jederzeit mit dem Untersuchungsteam kommunizieren.

Nach Abschluss der Untersuchung können Sie in der Regel unmittelbar nach Hause gehen und Ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen. Einschränkungen beim Essen, Trinken oder Autofahren bestehen normalerweise nicht.

Gibt es Risiken oder Kontraindikationen?

Die kontrastmittelverstärkte Sonographie ist ein sehr sicheres Verfahren. Nebenwirkungen sind selten und meist leicht ausgeprägt. Gelegentlich können leichte Kopfschmerzen, Übelkeit oder ein ungewohntes Gefühl an der Einstichstelle auftreten.

Schwere allergische Reaktionen sind äusserst selten und treten deutlich seltener auf als bei CT-Kontrastmitteln. Unser Team ist auf solche Situationen vorbereitet und überwacht Sie während der Untersuchung sorgfältig.

Bitte informieren Sie uns vor der Untersuchung über:

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen das Kontrastmittel
  • Schwere, instabile Herzerkrankung (z. B. kürzlicher Herzinfarkt, akute Beschwerden)
  • Schwere Lungenerkrankung
  • Schwangerschaft & Stillzeit: nur nach sorgfältiger Abwägung, da die Datenlage begrenzt ist

Was muss ich beachten?

Für Untersuchungen der Bauchorgane sollten Sie sechs Stunden vor dem Termin nüchtern bleiben. Das bedeutet, dass Sie nichts mehr essen sollten. Wasser ohne Kohlensäure dürfen Sie trinken. Auf kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee, Schwarztee, Milchgetränke und Rauchen sollte vor der Untersuchung verzichtet werden, da diese die Beurteilbarkeit der Bauchorgane beeinträchtigen können.

Ihre regelmässigen Medikamente dürfen Sie grundsätzlich wie gewohnt mit etwas Wasser einnehmen, sofern Ihnen nichts anderes mitgeteilt wurde.

Bitte bringen Sie vorhandene Voruntersuchungen, Arztberichte, Ihre Medikamentenliste sowie gegebenenfalls einen Allergiepass zum Termin mit. Diese Informationen helfen uns bei der optimalen Beurteilung Ihres Befundes.

Nach der Untersuchung bestehen normalerweise keine Einschränkungen. Sie können Ihren Alltag unmittelbar fortsetzen.

Für Zuweiser

CEUS eignet sich u. a. zur Charakterisierung fokaler Leberläsionen (gem. EFSUMB-Kriterien), zur Bosniak-Einordnung renaler Läsionen sowie zur Aktivitätsbeurteilung bei CED – bei Niereninsuffizienz und Kontrastmittel-Unverträglichkeit als jod-/gadoliniumfreie Alternative.

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