In unserer Abteilung für interventionelle Radiologie bieten wir Ihnen moderne, minimalinvasive Behandlungen unter Bildsteuerung – präzise, gewebeschonend und ohne Operation. Dabei arbeiten wir mit feinsten Kathetern und Kanülen, die unter Echtzeit-Bildgebung millimetergenau an den Zielort im Körper geführt werden.

Unsere Ärztinnen und Ärzte verfügen über die europäische Zusatzqualifikation EBIR (European Board of Interventional Radiology) und behandeln Sie nach höchsten internationalen Standards. Alle Eingriffe erfolgen in enger Abstimmung mit den beteiligten Fachdisziplinen und Grundversorgern.

Die meisten unserer Interventionen können ambulant oder mit kurzem Spitalaufenthalt durchgeführt werden – mit dem Ziel, Ihre Beschwerden gezielt zu lindern und Ihre Lebensqualität rasch zu verbessern. 

Unsere Behandlungen im Überblick

  • Gefässbehandlungen: Gefässeingriffe bei Gefässverschlüssen, Aneurysmen oder Blutungen.
  • Bewegungsapparat: Embolisationstherapie von chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates wie Gelenken, Muskeln und Sehnen.
  • Onkologische Behandlungen: Tumorablationen (Leber, Niere, Lunge), Bildgesteuerte Biopsien, Drainagen und Abszessentlastungen.
  • Behandlungen von Frau/Mann: Endovaskuläre Therapie von Erkrankungen der Frau (Myomembolisation, Uterusarterienembolisation bei Adenomyose, Embolisationstherapie des Beckenvenenstauungs-Syndroms). 
    Endovaskuläre Therapie von Erkrankungen des Mannes (Prostataembolisation, Embolisationstherapie bei Varikocele testis, Therapie der erektilen Dysfunktion).
  • Gallenwege: Gallengangsdrainage und -stent (PTCD)
  • Niere: Therapie von Abflussstörungen der Niere (Nephrostomie).
  • Schmerztherapie und Bewegungsapparat: CT-gesteuerte Nerveninfiltrationen, Gelenksinfiltrationen, Muskuloskelettale Interventionen, Ablation von Osteoidosteomen.
  • Zentralvenöse Zugänge: Portimplantation und zentrale Venenzugänge (PICC)

Einige Erkrankungen und Beschwerden, die wir behandeln:

  • Gutartige Prostatavergrösserung (BPH)
  • Gebärmuttermyome und Adenomyose
  • Beckenvenenstauungssyndrom
  • Varikozele und ausgewählte Formen der erektilen Dysfunktion
  • Tumorerkrankungen von Leber, Niere und Lunge
  • Akute und chronische Gefässerkrankungen
  • Innere Blutungen
  • Abszesse und Flüssigkeitsansammlungen
  • Bandscheibenvorfälle und Spinalkanalstenosen
  • Chronische Rücken- und Gelenkschmerzen
  • Sehnen- und Ansatzbeschwerden wie Tennisellenbogen oder Achillodynie
  • Osteoporotische und tumorbedingte Wirbelkörperfrakturen
  • Osteoidosteome

Vorteile der interventionellen Radiologie:

  • Minimalinvasiv: Weniger Schmerzen, geringeres Risiko und kürzere Erholungszeiten im Vergleich zu chirurgischen Eingriffen.
  • Hohe Präzision: Dank modernster Bildgebung können Eingriffe exakt geplant und durchgeführt werden.
  • Interdisziplinär: Enger Austausch mit behandelnden Ärzten, Onkologen und Chirurgen für individuell abgestimmte Therapien.

Warum die interventionelle Radiologie am Lindenhofspital?

  • Modernste Technologie: Hochentwickelte Bildgebung ermöglicht präzise und sichere Eingriffe mit minimaler Belastung für die Patientinnen und Patienten.
  • Spezialisierte Expertise: Unsere interventionellen Radiologen verfügen über umfassende Erfahrung und internationale Qualifikationen im Bereich minimalinvasiver Therapien.
  • Individuelle Behandlung: Jede Therapie wird auf die persönliche Situation und die klinische Fragestellung abgestimmt.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Enge Kooperation mit Urologie, Gynäkologie, Onkologie, Orthopädie, Schmerzmedizin sowie weiteren Fachdisziplinen für eine optimale Versorgung.

Für Patientinnen und Patienten:

Viele Erkrankungen können heute ohne offene Operation behandelt werden. Unsere interventionellen Verfahren ermöglichen eine gezielte Therapie mit möglichst geringer Belastung, kurzer Erholungszeit und hoher Präzision. Unser Team begleitet Sie persönlich von der Beratung über den Eingriff bis zur Nachsorge.

Für Ärztinnen und Ärzte:

Unsere interventionellen Therapien erweitern die Behandlungsmöglichkeiten für zahlreiche Erkrankungen. Überweisungen werden zeitnah bearbeitet, und wir stehen Ihnen für eine fachliche Beratung, gemeinsame Fallbesprechungen sowie die Wahl der optimalen Therapieoption gerne zur Verfügung.

Kontaktieren Sie uns, um mehr über die interventionelle Radiologie der Campusradiologie zu erfahren oder eine Behandlung zu vereinbaren. Wir freuen uns über eine persönliche Beratung.


Ihre Ansprechpartner


Fragen und Antworten zur interventionellen Radiologie (Mikrotherapie)

Hier finden Sie Antworten unserer Spezialisten auf häufig gestellte Fragen rund um das Thema interventionelle Radiologie (Mikrotherapie). Sollten Sie hier keine Antwort auf Ihre Frage finden, stehen Ihnen unsere Radiologinnen und Radiologen gerne zur Verfügung.


Kategorien
  • Was ist interventionelle Radiologie?

    Die interventionelle Radiologie ist ein Teilbereich der Radiologie, bei dem bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder Durchleuchtung gezielt eingesetzt werden, um minimalinvasive Eingriffe am Körper durchzuführen – meist ohne Operation.

  • Was versteht man unter Mikrotherapie?

    Mikrotherapie umfasst hochpräzise, minimalinvasive Behandlungen, bei denen gezielt Erkrankungen behandelt werden – beispielsweise durch Gefässverschlüsse (Embolisation), Schmerztherapien an der Wirbelsäule oder Tumorbehandlungen mit Hitze oder Kälte (Ablationen).

  • Welche Eingriffe werden im Lindenhofspital durchgeführt?

    Am Lindenhofspital bieten wir unter anderem folgende Behandlungen an:

    • Schmerztherapien (z. B. Infiltrationen an der Wirbelsäule)
    • Drainagen bei Abszessen oder Flüssigkeitsansammlungen
    • Gefässeingriffe wie Embolisationen oder Portimplantationen
    • Tumorbehandlungen wie Radiofrequenzablation oder Mikrowellenablation
    • Biopsien unter Bildkontrolle

  • Was sind die Vorteile der interventionellen Radiologie gegenüber einer Operation?

    Die Verfahren sind meist schmerzarm, erfordern keinen grossen Schnitt und keine Vollnarkose. Dadurch ist das Risiko geringer, die Erholungszeit kürzer und der Spitalaufenthalt oft deutlich reduziert oder gar nicht nötig.

  • Wie werden Portimplantationen und zentrale Venenzugänge durchgeführt?

    Sicherer Gefässzugang für Chemotherapie oder Langzeittherapien

    Ablauf der Behandlung: Ein Portsystem besteht aus einer kleinen Kammer, die unter die Haut (meist im Brustbereich) implantiert wird, und einem dünnen Katheter, der in eine zentrale Vene (z. B. Vena subclavia oder Vena jugularis) eingelegt wird. Die Implantation erfolgt in lokaler Betäubung, ergänzt durch eine leichte Sedation, und dauert etwa 30–60 Minuten und wird in der Regel ambulant durchgeführt.Unter Röntgendurchleuchtung kontrollieren wir die exakte Lage des Katheters. Der Port ist sofort funktionsfähig und kann für Infusionen, Blutentnahmen oder Medikamentengaben verwendet werden.

    Vorbereitung: Vor dem Eingriff erfolgen eine körperliche Untersuchung, Blutanalysen (insbesondere Gerinnung und Infektionswerte) sowie eine Ultraschalluntersuchung der Hals- oder Schlüsselbeinvene. Blutverdünner müssen unter ärztlicher Anleitung eventuell pausiert werden. Am Behandlungstag kommen Sie nüchtern in die Klinik. Nach der Implantation erhalten Sie genaue Pflegehinweise.

    Zu erwartender Nutzen: Ein Port ermöglicht eine schonende, wiederholte Gefässzugangsmöglichkeit – besonders bei Chemotherapie, parenteraler Ernährung, Immuntherapien oder wiederholten Blutentnahmen. Er schont die peripheren Venen, reduziert Schmerzen durch wiederholte Punktionen und kann über Monate oder Jahre zuverlässig genutzt werden. Das System liegt komplett unter der Haut und erfordert keine tägliche Pflege zu Hause.

    Mögliche Risiken: Direkt nach dem Eingriff kann es zu einem Hämatom oder Spannungsgefühl im Bereich des Ports kommen. Sehr selten treten Infektionen, Katheterfehlstellungen oder Blutgerinnsel in der Vene auf. Diese Komplikationen sind in der Regel gut behandelbar. Durch sorgfältige sterile Technik und Nachsorge ist das Risiko von Langzeitproblemen gering.

  • Ist die Behandlung schmerzhaft?

    Die meisten Eingriffe werden unter lokaler Betäubung durchgeführt und sind gut verträglich. In bestimmten Fällen kann eine Sedation (leichte Narkose) erfolgen, damit Sie sich möglichst wohlfühlen.

  • Wie läuft eine interventionelle Behandlung ab?

    Nach der Anmeldung und Vorbereitung erfolgt der Eingriff unter sterilen Bedingungen. Währenddessen werden Sie kontinuierlich überwacht. Danach bleiben Sie je nach Art des Eingriffs zur Beobachtung und erhalten Anweisungen für die Nachsorge.

  • Wie sicher sind diese Verfahren?

    Interventionelle Eingriffe gelten als sehr sicher und sind wissenschaftlich gut untersucht. Das Risiko für Komplikationen ist im Vergleich zu offenen Operationen gering. Unsere erfahrenen Radiolog:innen besprechen mit Ihnen individuell Chancen und Risiken.

  • Wer entscheidet, ob eine interventionelle Behandlung sinnvoll ist?

    Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt sowie dem Team der interventionellen Radiologie. Vor jeder Behandlung findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch statt.

  • Wie läuft eine Prostataarterienembolisation ab?

    Die Prostataarterienembolisation, kurz PAE, ist eine minimalinvasive Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung. Der Eingriff erfolgt in lokaler Betäubung und unter Röntgendurchleuchtung. Über einen kleinen Zugang in der Leistenschlagader wird ein dünner Katheter bis in die Beckenarterien vorgeschoben. Anschliessend werden die Arterien der Prostata gezielt mit sehr kleinen Partikeln verschlossen. Dadurch wird die Durchblutung der Prostata reduziert, sodass sie sich in den folgenden Wochen verkleinert.
    Der Eingriff dauert in der Regel etwa eineinhalb bis zwei Stunden und wird im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts durchgeführt. Vor der Behandlung erfolgen eine genaue Abklärung, meist einschliesslich CT- und MRI-Untersuchung der Prostata, Laborkontrollen wie PSA und Nierenwerte sowie eine Beurteilung durch die Urologie. Am Behandlungstag müssen Sie nüchtern sein. Blutverdünnende Medikamente werden nach ärztlicher Rücksprache vorübergehend angepasst oder pausiert.
    Mit der Verkleinerung der Prostata bessern sich Beschwerden wie häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen oder ein abgeschwächter Harnstrahl meist deutlich. Die Behandlung ist gewebeschonend, hinterlässt keine Operationsnarbe und ermöglicht in der Regel den Erhalt von Potenz und Kontinenz.

  • Wie läuft eine Myomembolisation ab?

    Die Myomembolisation ist eine organerhaltende Behandlung symptomatischer Gebärmuttermyome. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Über einen kleinen Zugang in der Leistenschlagader wird ein dünner Katheter bis zu den Arterien vorgeschoben, welche die Gebärmutter versorgen. Dort werden feine Partikel eingebracht, welche die Blutversorgung der Myome gezielt unterbrechen. In der Folge schrumpfen die Myome.
    Die Behandlung dauert ungefähr 60 bis 90 Minuten. Üblicherweise ist ein kurzer stationärer Aufenthalt von ein bis zwei Tagen vorgesehen. Vor der Embolisation erfolgen eine gynäkologische Untersuchung, eine geeignete Bildgebung – meistens ein MRI – sowie Laborkontrollen. In einem persönlichen Vorgespräch werden die medizinischen Voraussetzungen, ein möglicher Kinderwunsch und die individuellen Behandlungsziele besprochen. Am Eingriffstag müssen Sie nüchtern sein. Blutverdünnende Medikamente werden nach ärztlicher Rücksprache vorübergehend angepasst.
    Nach der Behandlung gehen Blutungsstörungen, Unterbauchschmerzen und Druckbeschwerden in den meisten Fällen deutlich zurück. Die Gebärmutter bleibt erhalten. Eine spätere Schwangerschaft ist grundsätzlich möglich und wird im Hinblick auf die individuelle Situation vor der Behandlung ausführlich besprochen.

  • Wie läuft eine Tumorablation ab?

    Bei einer Tumorablation wird Tumorgewebe gezielt durch Hitze oder Kälte zerstört. Je nach Art und Lage des Tumors kommen eine Radiofrequenzablation, eine Mikrowellenablation oder eine Kryoablation zum Einsatz. Unter präziser Bildkontrolle, meistens mittels CT oder Ultraschall, wird eine spezielle Sonde durch die Haut direkt in den Tumor eingeführt. Das umliegende gesunde Gewebe wird dabei möglichst geschont.
    Der Eingriff erfolgt in Kurznarkose oder tiefer Sedation und dauert abhängig von Lokalisation und Umfang der Behandlung ungefähr 45 bis 90 Minuten. In der Regel ist ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig. Zur Vorbereitung werden Lage und Art des Tumors anhand vorhandener Untersuchungen wie CT, MRI oder PET-CT genau beurteilt. Zusätzlich kontrollieren wir die Blutwerte und die allgemeine Narkosefähigkeit. Blutverdünnende Medikamente müssen gegebenenfalls angepasst werden. Am Behandlungstag bleiben Sie nüchtern.
    Die Tumorablation ermöglicht die gezielte Behandlung kleiner bis mittelgrosser Tumoren, beispielsweise in Leber, Niere oder Lunge, ohne offene Operation. Sie eignet sich insbesondere für Patientinnen und Patienten, bei denen eine Operation nicht möglich oder mit einer erhöhten Belastung verbunden wäre. Die Erholungszeit ist meist deutlich kürzer als nach einem operativen Eingriff.

  • Wie laufen bildgesteuerte Gefässeingriffe ab?

    Bildgesteuerte Gefässeingriffe dienen unter anderem der Behandlung von Blutungen, Gefässverschlüssen, Gefässverengungen und Aneurysmen. Meist wird über einen kleinen Zugang in der Leistenschlagader ein dünner Katheter in das Gefässsystem eingeführt und unter Röntgendurchleuchtung bis zum Behandlungsort vorgeschoben.
    Je nach Erkrankung können Blutungen durch eine Embolisation gestoppt, verschlossene oder verengte Gefässe mit einem Ballonkatheter oder Stent wieder eröffnet oder Aneurysmen mit Coils oder Stentgrafts stabilisiert werden. Der Eingriff erfolgt meistens in örtlicher Betäubung mit zusätzlicher Sedation und dauert abhängig von der Komplexität etwa 30 Minuten bis zwei Stunden.
    Vor der Behandlung erfolgen eine geeignete Bildgebung, beispielsweise eine CT-Angiographie, Laborkontrollen der Nierenfunktion und Blutgerinnung sowie ein ausführliches Vorgespräch. Blutverdünnende Medikamente werden bei Bedarf angepasst. Am Behandlungstag müssen Sie nüchtern sein.
    Die interventionelle Radiologie ermöglicht eine schnelle und gezielte Behandlung akuter und chronischer Gefässerkrankungen ohne offene Operation. Sie ist insbesondere bei inneren Blutungen, Aneurysmen und chronischen Durchblutungsstörungen von grosser Bedeutung und kann häufig zu einer raschen Beschwerdelinderung führen.

  • Wie läuft die Implantation eines Ports oder eines zentralen Venenzugangs ab?

    Ein Portsystem besteht aus einer kleinen Kammer, die vollständig unter die Haut implantiert wird, und einem dünnen Katheter, dessen Spitze in einer zentralen Vene liegt. Der Port wird meistens im oberen Brustbereich eingesetzt. Der Katheter wird über eine Vene am Hals oder unterhalb des Schlüsselbeins eingeführt.
    Die Implantation erfolgt in lokaler Betäubung, bei Bedarf ergänzt durch eine leichte Sedation, und dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Unter Ultraschall- und Röntgenkontrolle wird die korrekte Lage des Katheters überprüft. Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt. Das Portsystem ist unmittelbar nach der Implantation funktionsfähig.
    Vor der Behandlung erfolgen eine körperliche Untersuchung, Blutanalysen mit Kontrolle der Gerinnungs- und Entzündungswerte sowie eine Ultraschalluntersuchung der vorgesehenen Vene. Blutverdünnende Medikamente werden nach ärztlicher Rücksprache gegebenenfalls vorübergehend pausiert. Am Behandlungstag kommen Sie nüchtern in die Klinik. Nach der Implantation erhalten Sie genaue Hinweise zur Pflege und weiteren Verwendung.
    Ein Port ermöglicht einen zuverlässigen Gefässzugang für Chemotherapien, Immuntherapien, parenterale Ernährung, wiederholte Infusionen oder Blutentnahmen. Dadurch werden die peripheren Venen geschont und wiederholte Venenpunktionen vermieden. Das vollständig unter der Haut liegende System kann über Monate oder Jahre genutzt werden und benötigt zu Hause keine tägliche Pflege.

  • Wie läuft eine bildgesteuerte Biopsie ab?

    Bei einer bildgesteuerten Biopsie wird eine kleine Gewebeprobe aus einem Organ oder einer auffälligen Gewebestruktur entnommen. Untersucht werden können beispielsweise Veränderungen in Leber, Lunge, Lymphknoten, Knochen oder Weichteilen.
    Die Gewebeentnahme erfolgt unter präziser Bildkontrolle mittels CT, Ultraschall oder in ausgewählten Fällen MRI. Dadurch kann die Zielregion genau erreicht und umliegendes Gewebe möglichst geschont werden. Je nach Lage und Art der Veränderung verwenden wir eine feine Hohlnadel für eine Stanzbiopsie oder ein spezielles Vakuumsystem. Die Behandlung dauert meist etwa 20 bis 40 Minuten und erfolgt ambulant oder mit einer kurzen anschliessenden Überwachung.
    Vor dem Eingriff kontrollieren wir die Blutgerinnung und Entzündungswerte und beurteilen anhand der vorhandenen Bildgebung den sichersten Zugangsweg. Blutverdünnende Medikamente müssen gegebenenfalls vorübergehend pausiert werden. Am Untersuchungstag bleiben Sie nüchtern. Nach der Biopsie erfolgt abhängig vom untersuchten Organ eine klinische oder bildgebende Nachkontrolle.
    Die entnommene Gewebeprobe wird anschliessend im Labor histologisch untersucht. Dadurch können beispielsweise Tumoren, Entzündungen, unklare Organveränderungen oder Knochenläsionen genauer diagnostiziert werden. Das Ergebnis bildet häufig die Grundlage für eine gezielte und individuell abgestimmte Therapie und kann eine offene operative Gewebeentnahme vermeiden.

  • Wie läuft die Anlage einer Drainage oder die Entlastung eines Abszesses ab?

    Mit einer bildgesteuerten Drainage können Flüssigkeitsansammlungen gezielt aus dem Körper abgeleitet werden. Behandelt werden beispielsweise Abszesse, Pleuraergüsse, Pankreaspseudozysten sowie Ansammlungen von Galle oder Urin.
    Unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle wird über einen kleinen Hautschnitt ein dünner Kunststoffschlauch direkt in die Flüssigkeitsansammlung eingeführt. Die Behandlung erfolgt in örtlicher Betäubung. Die Drainage wird mit einem Auffangbeutel verbunden und verbleibt abhängig vom Befund für einige Tage im Körper. Dadurch können auch grössere Flüssigkeits- oder Eiteransammlungen ohne offene Operation entlastet werden.
    Vor dem Eingriff erfolgt eine Bildgebung zur genauen Lokalisation. Zusätzlich kontrollieren wir die Blutgerinnung, Entzündungswerte und bei Bedarf den Elektrolythaushalt. Blutverdünnende Medikamente müssen je nach Eingriff angepasst werden. Am Behandlungstag bleiben Sie nüchtern. Meist erfolgt die Behandlung im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts.
    Durch die Ableitung wird der Entzündungsherd entlastet, sodass Fieber und Beschwerden häufig rasch zurückgehen. In vielen Fällen kann eine offene Operation vermieden oder bis zu einem späteren Zeitpunkt überbrückt werden. Auch bei einem Gallenstau oder bei Flüssigkeitsansammlungen nach einer Operation kann eine Drainage gezielt für Entlastung sorgen. Die Lage und Funktion der Drainage werden regelmässig kontrolliert. Sobald sie nicht mehr benötigt wird, kann sie wieder entfernt werden.




Prostataarterienembolisation (PAE)

Minimalinvasive Behandlung bei gutartiger Prostatavergrösserung (BPH)

Ablauf der Behandlung: Die Prostataembolisation erfolgt in lokaler Betäubung und unter Röntgendurchleuchtung. Über einen kleinen Zugang in der Leistenschlagader wird ein dünner Katheter in die Beckenarterien vorgeschoben. Von dort aus werden gezielt die Arterien der Prostata mit winzigen Kügelchen verschlossen, um die Durchblutung zu reduzieren. Der Eingriff wird im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts durchgeführt und dauert in der Regel 1 bis 2 Stunden.

Vorbereitung: Vor der Behandlung führen wir eine genaue Abklärung durch, meist inklusive CT und MRI der Prostata, Laborkontrolle (z. B. PSA, Nierenwerte) und Beurteilung durch den Urologen. Am Tag des Eingriffs sollten Sie nüchtern sein. Blutverdünnende Medikamente müssen unter ärztlicher Anleitung vorübergehend pausiert werden.

Zu erwartender Nutzen: Die Prostata verkleinert sich in den Wochen nach dem Eingriff deutlich. Beschwerden wie häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen oder Harnstrahl-Schwäche bessern sich meist spürbar. Der Eingriff ist gewebeschonend, hinterlässt keine Narbe und erhält Potenz und Kontinenz.

Mögliche Risiken: Die Prostataembolisation gilt als sehr sicher. Selten kann es vorübergehend zu Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, leichtem Fieber oder Ziehen im Unterbauch kommen. In sehr seltenen Fällen kann es zu ungewolltem Verschluss benachbarter Gefässe oder einer Harnverhaltung kommen. Diese Komplikationen sind meist gut behandelbar.




Myomembolisation

Organerhaltende Behandlung bei symptomatischen Gebärmuttermyomen

Ablauf der Behandlung: Die Myomembolisation wird in örtlicher Betäubung durchgeführt. Über die Leistenschlagader wird ein dünner Katheter bis zu den Arterien geführt, die die Gebärmutter versorgen. Dort injizieren wir feine Partikel, welche die Blutversorgung der Myome gezielt unterbrechen. In der Folge schrumpfen die Myome. Der Eingriff dauert etwa 60–90 Minuten und wird im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts durchgeführt.

Vorbereitung: Vor der Embolisation erfolgt eine gründliche Abklärung mit gynäkologischer Untersuchung, Bildgebung (z. B. MRI) und Laborkontrollen. In einem Vorgespräch klären wir medizinische Voraussetzungen, Kinderwunsch und individuelle Ziele. Am Eingriffstag bleiben Sie nüchtern. Blutverdünnende Medikamente müssen vorübergehend pausiert werden.

Zu erwartender Nutzen: In den meisten Fällen verringern sich Blutungsstörungen, Schmerzen und Drucksymptome deutlich. Die Gebärmutter bleibt erhalten, was vielen Patientinnen wichtig ist. Eine Schwangerschaft ist nach der Behandlung prinzipiell möglich, sollte aber individuell besprochen werden.

Mögliche Risiken: Nach der Embolisation können Unterbauchschmerzen, Übelkeit oder leichtes Fieber auftreten – das sogenannte "Postembolisationssyndrome", das mit Medikamenten gut behandelbar ist. Selten kann es zu Infektionen oder unregelmässigen Monatsblutungen kommen. Schwerere Komplikationen sind sehr selten.




Tumorablationen (Leber, Niere, Lunge)

Gezielte Zerstörung von Tumorgewebe durch Hitze oder Kälte

Ablauf der Behandlung: Bei der Tumorablation wird das Tumorgewebe mithilfe spezieller Sonden zerstört – entweder durch Hitze (Radiofrequenz- oder Mikrowellenablation) oder durch Kälte (Kryoablation). Die Sonde wird unter Bildkontrolle (meist CT oder Ultraschall) millimetergenau in den Tumor eingeführt. Der Eingriff erfolgt in Kurznarkose oder tiefer Sedation und dauert je nach Lokalisation 45–90 Minuten. In der Regel ist ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig.

Vorbereitung: Vor der Ablation klären wir die genaue Lage und Art des Tumors mithilfe von Bildgebung (CT, MRI, PET-CT). Blutwerte und allgemeine Narkosefähigkeit werden überprüft. Blutverdünnende Medikamente müssen im Vorfeld angepasst werden. Am Tag der Behandlung bleiben Sie nüchtern.

Zu erwartender Nutzen: Die Tumorablation ermöglicht eine gezielte Zerstörung kleiner bis mittelgrosser Tumoren ohne Operation. Besonders geeignet ist sie für Patient:innen, bei denen eine Operation zu riskant wäre oder die eine schonende Alternative bevorzugen. Der Nutzen ist oft mit chirurgischen Ergebnissen vergleichbar – bei gleichzeitig kürzerer Erholungszeit.

Mögliche Risiken: Nach dem Eingriff kann es zu lokalen Schmerzen oder vorübergehendem Fieber kommen. Selten treten Blutergüsse oder kleinere Blutungen im behandelten Organ auf. Bei Lungentumoren kann eine vorübergehende Luftansammlung im Brustkorb (Pneumothorax) entstehen, die in wenigen Fällen mit einer Drainage behandelt werden muss. Schwere Komplikationen sind selten.




Gefässeingriffe

Behandlung von Gefässverschlüssen, Aneurysmen und Blutungen

Ablauf der Behandlung: Gefässeingriffe erfolgen meist über einen kleinen Zugang in der Leistenschlagader unter Röntgendurchleuchtung. Je nach Fragestellung werden Blutungen gestoppt (Embolisation), Gefässverschlüsse geöffnet (z. B. mit Ballonkathetern oder Stents) oder Aneurysmen mit speziellen Implantaten (Stentgrafts, Coils) stabilisiert. Der Eingriff wird meist in örtlicher Betäubung mit Sedation durchgeführt und dauert zwischen 30 Minuten und 2 Stunden, je nach Komplexität.

Vorbereitung: Vor dem Eingriff erfolgen eine Bildgebung (z. B. CT-Angiographie), Laborkontrollen (insbesondere Nierenfunktion und Gerinnung) sowie ein ausführliches Vorgespräch. Blutverdünnende Medikamente müssen nach Rücksprache ggf. angepasst werden. Am Behandlungstag bleiben Sie nüchtern.

Zu erwartender Nutzen: Die interventionelle Therapie ermöglicht eine schnelle und effektive Behandlung akuter und chronischer Gefässerkrankungen ohne offene Operation. Sie ist besonders wichtig bei Notfällen wie inneren Blutungen oder drohendem Aneurysmariss. Auch chronische Durchblutungsstörungen können gezielt behandelt werden, oft mit rascher Beschwerdelinderung.

Mögliche Risiken: Kurzfristige Nebenwirkungen wie ein Bluterguss an der Punktionsstelle oder lokale Gefässkrämpfe sind möglich, aber meist harmlos. Selten können Gefässverschlüsse, allergische Reaktionen auf Kontrastmittel oder vorübergehende Nierenfunktionsveränderungen auftreten. Diese Risiken sind in der Regel gut beherrschbar.




CT-gesteuerte Nerveninfiltrationen

Gezielte Schmerztherapie bei Bandscheibenproblemen, Spinalkanalstenose oder ISG-Blockaden

Ablauf der Behandlung: Unter CT-Kontrolle wird eine dünne Injektionsnadel millimetergenau an die betroffene Nervenwurzel oder das betroffene Gelenk (z. B. Iliosakralgelenk) geführt. Anschliessend wird eine kleine Menge eines entzündungshemmenden Medikaments (meist Kortison mit Lokalanästhetikum) injiziert. Die Behandlung dauert wenige Minuten und erfolgt ambulant, meist ohne Sedation.

Vorbereitung: Vor der Infiltration benötigen wir aktuelle Bildgebung (MRI oder CT der Wirbelsäule), aktuelle Blutwerte (v. a. Gerinnung) und Informationen zu Medikamenten wie Blutverdünnern. Diese müssen gegebenenfalls pausiert werden. Am Behandlungstag dürfen Sie leicht frühstücken. Autofahren sollten Sie danach für einige Stunden vermeiden.

Zu erwartender Nutzen: Die Infiltration kann Rückenschmerzen, Ischiasschmerzen oder Schmerzen durch ISG-Blockaden gezielt und deutlich lindern – oft schon wenige Stunden nach der Behandlung. Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität und Beweglichkeit, manchmal auch die Vermeidung einer Operation. Je nach Befund kann die Behandlung einmalig oder in mehreren Sitzungen erfolgen.

Mögliche Risiken: Die CT-gesteuerte Infiltration ist sehr sicher. Kurzzeitig kann ein Taubheitsgefühl oder Muskelschwäche auftreten, das sich in der Regel rasch zurückbildet. In sehr seltenen Fällen kann es zu Infektionen, Blutergüssen oder allergischen Reaktionen kommen. Eine bleibende Nervenschädigung ist äusserst selten.




Gelenksinfiltrationen (ultraschall- oder durchleuchtungsgesteuert)

Schonende Behandlung bei Arthrose, Gelenkentzündungen oder Blutungen

Ablauf der Behandlung: Bei der Gelenksinfiltration wird unter Ultraschall- oder Röntgen-Durchleuchtung eine feine Kanüle präzise in das betroffene Gelenk geführt – z. B. Schulter, Hüfte, Knie oder Sprunggelenk. Anschliessend wird ein entzündungshemmendes Medikament (meist ein Kortisonpräparat, teils kombiniert mit Lokalanästhetikum) direkt in den Gelenkspalt injiziert. Die Behandlung dauert wenige Minuten und erfolgt ambulant.

Vorbereitung: Vor der Infiltration sollten aktuelle klinische Befunde (z. B. von Orthopädie oder Rheumatologie) sowie eine Bildgebung des Gelenks (Ultraschall, MRI oder Röntgen) vorliegen. Gerinnungswerte und Blutverdünner werden bei Bedarf überprüft. Eine spezielle Vorbereitung ist meist nicht nötig – Sie können normal essen und trinken.

Zu erwartender Nutzen: Die Injektion kann Schmerzen und Entzündungen im Gelenk rasch und gezielt lindern, besonders bei Arthrose, Gelenkergüssen, rheumatischen Erkrankungen oder postoperativen Beschwerden. Auch bei wiederholten Gelenkblutungen, etwa bei Hämophilie, kann die Behandlung eine langfristige Besserung bringen. Viele Patient:innen berichten über spürbare Erleichterung innerhalb weniger Tage.

Mögliche Risiken: Leichte Schmerzen oder Druckgefühl im Gelenk können vorübergehend auftreten. Sehr selten kann es zu einer Infektion, einer Gelenkblutung oder allergischen Reaktion kommen. Die Behandlung erfolgt unter sterilen Bedingungen, um Risiken zu minimieren. Die Anzahl der Kortisoninjektionen pro Jahr wird medizinisch sinnvoll begrenzt.




Muskuloskelettale Interventionen

Bildgesteuerte Therapien bei Sehnenentzündungen, chronischen Gelenkschmerzen oder Gelenkblutungen

Ablauf der Behandlung: Je nach Erkrankung kommen verschiedene minimalinvasive Techniken zum Einsatz, z. B. gezielte Injektionen an Sehnenansätze (bei Tendinitis), Gelenkverödungen (z. B. Radiofrequenz bei Arthroseschmerz) oder Embolisationen bei chronischen Schmerzen oder Blutungen, etwa bei Hämophilie. Die Bildsteuerung erfolgt meist über Ultraschall oder CT. Die Behandlung ist präzise, dauert in der Regel unter 30 Minuten und erfolgt ambulant oder mit kurzem stationären Aufenthalt.

Vorbereitung: Je nach Intervention benötigen wir eine aktuelle Bildgebung (z. B. MRI, Ultraschall oder CT) und eine genaue klinische Zuordnung des Schmerzes oder der Beschwerden. Blutgerinnung, Entzündungswerte und laufende Therapien werden im Vorgespräch geprüft. Eine besondere Vorbereitung (z. B. Fasten) ist meist nicht nötig, ausser bei tiefer Sedation.

Zu erwartender Nutzen: Die Interventionen können bei chronischen Schmerzen durch Überlastung, Entzündung oder degenerative Veränderungen eine langanhaltende Besserung bringen – oft auch dann, wenn konservative Therapien nicht mehr helfen. Bei Patient:innen mit Hämophilie können wiederholte Gelenkblutungen reduziert werden, was Folgeschäden vermeidet. Auch eine gezielte Schmerzreduktion bei Sehnenansätzen (z. B. Tennisellenbogen, Fersensporn) ist möglich.

Mögliche Risiken: Nach der Behandlung kann es kurzzeitig zu Schmerzen, Schwellung oder einem Bluterguss kommen. Das Risiko schwerer Komplikationen ist gering. Infektionen, Nervenreizungen oder allergische Reaktionen treten sehr selten auf. In der Regel sind die Eingriffe sehr gut verträglich und können bei Bedarf wiederholt werden.




Embolisation bei chronischen gelenksnahen Schmerzen

Gezielte Gefässverödung bei übermässiger Entzündung,Sehnenreizung und Gelenksschmerzen

Ablauf der Behandlung: Bei bestimmten chronischen Beschwerden im Bereich von Sehnen, Gelenkkapseln oder Ansätzen kommt es zu einer übermässigen Gefässneubildung – ein Zeichen anhaltender Entzündung. Über einen feinen Katheter, der meist über die Leistenschlagader eingeführt wird, gelangen wir gezielt zu den betroffenen Arealen. Dort verschliessen wir die krankhaft erweiterten Gefässe mit winzigen Partikeln, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu schädigen. Der Eingriff erfolgt unter Durchleuchtungdauert etwa 1–2 Stunden und wird in der Regel kurzstationär durchgeführt.

Typische Anwendungsgebiete:

  • Tennis- oder Golferellenbogen (Epikondylopathie)
  • Patellaspitzensyndrom („Jumper’s Knee“)
  • Achillessehnenschmerzen (Achillodynie)
  • Plantarfasziitis („Fersensporn“)
  • Chronische Schulterschmerzen bei Bursitis
  • Gelenksnahe Schmerzen nach Prothesenimplantation
  • Lokale Hyperämie bei milder Arthrose oder aktivierter Arthropathie

Vorbereitung: Vor der Behandlung benötigen wir eine genaue klinische Zuweisung und eine Bildgebung (z. B. MRI oder Ultraschall mit Kontrast), um das Zielgebiet exakt zu lokalisieren. Zudem prüfen wir Blutgerinnung, Nierenwerte und Entzündungsparameter. Blutverdünner müssen in Rücksprache mit der Haus- oder Fachärztin pausiert werden. Am Behandlungstag bleiben Sie nüchtern.

Zu erwartender Nutzen: Die Embolisation kann Schmerzen und Entzündung deutlich verringern – häufig schon innerhalb weniger Wochen. Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität, Belastbarkeit und Beweglichkeit ohne Operation. Der Eingriff ist besonders dann sinnvoll, wenn konservative Therapien wie Physiotherapie, Infiltrationen oder Medikamente keine ausreichende Wirkung zeigen.

Mögliche Risiken: Die Behandlung ist sehr sicher und wird in spezialisierten Zentren unter modernster Technik durchgeführt. Vorübergehende Schmerzen, leichte Blutergüsse oder lokale Hautreaktionen sind möglich. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer ungewollten Gefässverödung oder Nervenreizung kommen. Dauerhafte Komplikationen sind ausserordentlich selten.




Portimplantation und zentrale Venenzugänge

Sicherer Gefässzugang für Chemotherapie oder Langzeittherapien

Ablauf der Behandlung: Ein Portsystem besteht aus einer kleinen Kammer, die unter die Haut (meist im Brustbereich) implantiert wird, und einem dünnen Katheter, der in eine zentrale Vene (z. B. Vena subclavia oder Vena jugularis) eingelegt wird. Die Implantation erfolgt in lokaler Betäubung, ergänzt durch eine leichte Sedation, und dauert etwa 30–60 Minuten und wird in der Regel ambulant durchgeführt.Unter Röntgendurchleuchtung kontrollieren wir die exakte Lage des Katheters. Der Port ist sofort funktionsfähig und kann für Infusionen, Blutentnahmen oder Medikamentengaben verwendet werden.

Vorbereitung: Vor dem Eingriff erfolgen eine körperliche Untersuchung, Blutanalysen (insbesondere Gerinnung und Infektionswerte) sowie eine Ultraschalluntersuchung der Hals- oder Schlüsselbeinvene. Blutverdünner müssen unter ärztlicher Anleitung eventuell pausiert werden. Am Behandlungstag kommen Sie nüchtern in die Klinik. Nach der Implantation erhalten Sie genaue Pflegehinweise.

Zu erwartender Nutzen: Ein Port ermöglicht eine schonende, wiederholte Gefässzugangsmöglichkeit – besonders bei Chemotherapie, parenteraler Ernährung, Immuntherapien oder wiederholten Blutentnahmen. Er schont die peripheren Venen, reduziert Schmerzen durch wiederholte Punktionen und kann über Monate oder Jahre zuverlässig genutzt werden. Das System liegt komplett unter der Haut und erfordert keine tägliche Pflege zu Hause.

Mögliche Risiken: Direkt nach dem Eingriff kann es zu einem Hämatom oder Spannungsgefühl im Bereich des Ports kommen. Sehr selten treten Infektionen, Katheterfehlstellungen oder Blutgerinnsel in der Vene auf. Diese Komplikationen sind in der Regel gut behandelbar. Durch sorgfältige sterile Technik und Nachsorge ist das Risiko von Langzeitproblemen gering.




Bildgesteuerte Biopsien

Präzise Gewebeentnahme zur sicheren Diagnosestellung

Ablauf der Behandlung: Bei einer Biopsie entnehmen wir eine kleine Gewebeprobe aus einem Organ oder Gewebebereich – z. B. Leber, Lunge, Lymphknoten, Knochen oder Weichteile. Die Entnahme erfolgt unter Bildkontrolle (meist CT, Ultraschall oder MRI), um die Zielregion exakt zu treffen und umliegende Strukturen zu schonen. Je nach Lokalisation und Technik verwenden wir feine Hohlnadeln („Stanzbiopsie“) oder spezielle Vakuumsysteme. Die Behandlung dauert meist 20–40 Minuten und erfolgt ambulant oder mit kurzer Überwachung.

Vorbereitung: Vor der Biopsie klären wir Ihre Blutgerinnung, Entzündungswerte und die Lage des Zielorgans mithilfe vorhandener Bildgebung (z. B. CT, MRI oder Ultraschall). Blutverdünnende Medikamente müssen eventuell pausiert werden. Am Untersuchungstag bleiben Sie nüchtern, und Sie erhalten eine genaue Aufklärung über den Ablauf und die Nachkontrolle.

Zu erwartender Nutzen: Die Gewebeprobe erlaubt eine sichere Diagnose – z. B. zur Abklärung von Tumoren, Entzündungen, unklaren Organveränderungen oder Knochenläsionen. Oft ermöglicht erst die histologische Untersuchung eine gezielte und individuelle Therapieentscheidung. Der Eingriff ist minimalinvasiv und vermeidet häufig eine offene Operation.

Mögliche Risiken: Die bildgesteuerte Biopsie ist sehr sicher. In seltenen Fällen kann es zu einem kleinen Bluterguss oder leichtem Schmerz an der Einstichstelle kommen. Bei Lungenbiopsien kann sich kurzfristig Luft im Brustkorb ansammeln (Pneumothorax), was in wenigen Fällen eine Drainage erfordert. Infektionen oder stärkere Blutungen sind selten und behandelbar.




Drainagen und Abszessentlastungen

Gezielte Ableitung von Eiter, Flüssigkeit oder Gallenstauungen ohne Operation

Ablauf der Behandlung: Bei entzündlichen Flüssigkeitsansammlungen (z. B. Abszessen, Gallenstaus, Pankreaspseudozysten oder Pleuraergüssen) legen wir unter Bildkontrolle (Ultraschall oder CT) einen dünnen Kunststoffschlauch („Drainage“) direkt in die Ansammlung ein. Dies geschieht über einen kleinen Hautschnitt unter örtlicher Betäubung. Die Drainage wird mit einem Beutel verbunden und verbleibt je nach Bedarf für einige Tage. Grössere Eiteransammlungen können so entlastet und konservativ behandelt werden – oft als Alternative zur Operation.

Vorbereitung: Vor dem Eingriff erfolgt eine Bildgebung zur genauen Lokalisation des Befundes. Wir prüfen Blutgerinnung, Entzündungswerte und ggf. den Elektrolythaushalt. Blutverdünnende Medikamente müssen je nach Eingriff angepasst werden. Am Tag des Eingriffs bleiben Sie nüchtern. In der Regel erfolgt die Behandlung mit kurzem stationärem Aufenthalt.

Zu erwartender Nutzen: Durch die Drainage wird der Infektionsherd entlastet, das Fieber sinkt und die Beschwerden verbessern sich meist rasch. In vielen Fällen kann so eine offene Operation vermieden oder überbrückt werden. Auch bei Gallenverhalt (z. B. bei Tumoren oder Gallenwegsinfektionen) oder Urinleckagen nach Operationen kann eine Drainage gezielt Linderung verschaffen.

Mögliche Risiken: Nach der Drainage kann ein leichtes Druckgefühl oder ein Bluterguss im Bereich der Punktionsstelle auftreten. Selten kommt es zu Infektionen, Nachblutungen oder vorübergehender Reizung angrenzender Organe. Die Komplikationsrate ist insgesamt sehr gering. Die Drainage wird regelmässig kontrolliert und bei Bedarf angepasst oder entfernt.

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